Wieso man unbedingt mal nach Doolin reisen sollte

Das irishe Dorf Doolin im County Clare hat nur 250 Einwohner oder so und besteht, wenn man genau ist, aus drei kleinsten Dörfern, die sich irgendwann mal zusammengetan haben. 

Es könnte also genauso langweilig sein, wie viele andere 250-Seelen-Dörfer, ist es aber nicht. Es hat einen ganz eigenen Charme, den man vor allem erlebt, wenn man nicht unbedingt in der Hochsaison hier vorbeikommt. Zwischen Mai und September brummt hier der Bär, Doolin ist nämlich (leider) längst kein Geheimtipp mehr und durch seine Lage nahe der Cliffs of Moher der ideale Ort für viele Reisende. cliffsofmoher

Herbergen, B&Bs und Hostels gibt es hier nicht zu knapp, aber sie sind alle so herrlich individuell und einfach, dass sie den Ort nicht durch Reiseindustrieflair versauen. Vielmehr hat man hier die Möglichkeit die Betreiber, also Einheimische und ihr Leben, persönlich kennenzulernen, und wenn man Glück hat, bringt einem der Hausherr noch ein paar Irische Volkslieder bei. Solch eine Perle ist zum Beispiel das Flanagan‘s: Diane und Gerard betreiben dieses familiäre kleine Goldstück mit viel Herz und teilen gerne alles, was sie wissen mit ihren Gästen – oder auch die Milch, die eine der vier Kühe aus dem Garten jeden Morgen frisch geben. Wem eher nach klassischer Hostelathmosphäre mit etwas Chique zumute ist, ohne aus seinem bodenständigen Reisefeeling herausgerissen zu werden, der sollte unbedingt ins Doolinhostel gehen. Neben tollen Räumlichkeiten haut einen hier vor allem das bombastische Frühstück aus den Latschen. Aber egal wo man schläft, man trifft sich sowieso Abends in einem der drei Pubs.inishoeirr1

Der Tourismus spielt in Doolin eine große Rolle, trotzdem hat das Dorf nichts von seiner Originalität verloren: Die Pubs sind so irisch, wie sie sonst kaum noch sein können, die Livemusik wird nach wie vor von alten Männern gemacht und das Meer spielt für die meisten Bewohner des Küstendörfchens immer noch die Hauptrolle.

Vor der Küste Doolins liegen die Aran Inseln, die man mit der Fähre besuchen kann – eine Überfahrt dauert zwischen 30 und 60 Minuten, je nachdem auf welche der drei Inseln man will. Sie werden von der O’Brien-Familie betrieben und wenn man Glück hat, lernt man gleich die ganze Bande kennen, denn sie arbeiten alle im Familienbetrieb mit (und sind unfassbar nett). Unterkünfte und Zeltplätze gibt es auf allen drei Inseln, die Locals empfehlen aber, auf Inish Oírr, der kleinsten Insel, zu übernachten, da hier die Atmosphäre noch am ursprünglichsten sei. Hier kann man sich dann für einen Zehner ein Fahrrad leihen und über die Insel cruisen (die überraschend hügelig ist, aber überwindbar): Es gibt an der Ostküste ein Schiffswrack, das in den Sechzigern wegen eines Sturms auf Grund lief und nun vor sich hinrostet. Man kann reinklettern und sich ganz wunderbar die Hose oder die Hände aufschlitzen. Wer Lust hat, geht in den Pub Tigh Ruairis, wo der Wirt gerne mehr erzählt – sein Vater war nämlich bei der dramatischen Rettungsaktion der Schiffscrew dabei. wrack1

Praktische Infos:

  • Bus Eireann fährt u.a. von Galway aus nach Doolin

  • Es gibt in Doolin keinen Geldautomaten, die Pubs bieten aber Cashback an und die Geschäfte akzeptieren in der Regel EC- oder Kreditkarten

  • Der Hafen liegt etwa 1 KM von der Dorfmitte (Fisher Street) entfernt

  • Die Fähren zu den Aran Islands fahren wegen der Gezeiten und Jahreszeiten nicht immer genau laut Fahrplan, am besten vorher anrufen

  • Es gibt keinen Supermarkt in Doolin, nur einen winzigen Laden mit dem Nötigsten

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